Geh weiter

Wozu Beharrlichkeit gut ist

Geh weiter - Schritt für Schritt.

Geh weiter - Schritt für Schritt. © David Beale/unsplash.com

Ich habe einmal an einem Workshop des buddhistischen Lehrers Joseph Goldstein teilgenommen. Ich hatte eine Einsicht über die Nicht-Existenz eines festen Selbst und teilte diese Erkenntnis mit ihm. Er nickte und sagte: „Ja, das stimmt.“ Ich fühlte mich gesehen dafür, einen Schritt nach vorn gemacht zu haben. Er lächelte und fügte noch etwas hinzu, das ich nie vergessen habe: „Geh weiter.“

Unter allen Faktoren, die zu Glück und Erfolg führen – wie die Gesellschaftsschicht, aus der jemand kommt, die Intelligenz, die Persönlichkeit, der Charakter, das Aussehen, Glück, Rasse –, ist der Faktor, der normalerweise den größten Unterschied macht, die Beharrlichkeit. Wenn du zehn Mal umfällst, stehst du zehn Mal wieder auf.

Wenn du weitergehst, wirst du vielleicht dein Ziel nicht erreichen – aber wenn du stehen bleibst, wirst du es nie erreichen. Wir respektieren Menschen, die beharrlich sind. In dieser Entschlossenheit liegt eine Magie, die andere Menschen anzieht und ihre Unterstützung hervorruft. Und du weißt einfach nicht, wann dein Tag schließlich kommen wird. Es gibt so viele Geschichten von „plötzlichen Erfolgen, die über Nacht eingetreten sind“, denen aber viele Jahre der Anstrengung, einschließlich einiger Fehlschläge, vorausgingen. Dwight Eisenhower beispielsweise war im Jahre 1939 ein unbekannter General und fast 49 Jahre alt, als Deutschland Polen angriff und den Zweiten Weltkrieg begann. Vier Jahre später kommandierte er alle Armeen der Alliierten in Europa. Neun Jahre später wurde er zum Präsidenten der USA gewählt.

Stelle sicher, dass deine Ziele der Beharrlichkeit wert sind

Du kannst dich auch etwas Falschem verpflichtet fühlen. Geh nicht ohne Verpflegung weiter in einen Tunnel. Sei dir der Kollateralschäden bewusst: Gewinnst du einen Kampf, aber verlierst den „Krieg“ für umfassendes Wohlbefinden, Integrität und das Wohlsein anderer?

Erkenne die Empfindung beharrlicher Ausdauer

Sie kann energisch, stark, unbeugsam, unnachgiebig, klar, inspiriert, hingegeben, auf die Mission fixiert, sinnvoll, fokussiert, entschlossen sein – oder all dies zusammen. Denk an eine Zeit, als du dieses Gefühl hattest, und spüre es wieder in deinem Körper. Ruf es hervor, wenn du auf Ressourcen aus deinem Inneren zurückgreifen musst, um weiterzugehen.

Geh den Schritt, der vor dir ist – einen nach dem anderen

Ich habe viele Menschen das Bergklettern gelehrt: Bei Anfängern ist oft das eine Bein ganz unten und das andere auf Kniehöhe auf festem Untergrund und sie haben auch zwei feste Felsvorsprünge für die Hände, aber sie finden keine neuen Vorsprünge, um weiterzuklettern, und deshalb haben sie das Gefühl, festzustecken. Aber wenn sie einfach auf dem höheren Absatz für ihre Füße stehen – und den Schritt machen, der ihnen möglich ist –, können sie in Reichweite höhere Vorsprünge für ihre Hände und Füße finden.

Finde die Geschwindigkeit, die du auch beibehalten kannst

Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint. Bei meiner ersten Rucksackwanderung mit den Pfadfindern war ich ein dünner, unsportlicher Außenseiter. Aber ich wollte als Erster am Zeltplatz ankommen. Wir gingen los und die kräftigen „Alpha-Jungen“ liefen voraus, während ich mit einer langsamen, aber stetigen Geschwindigkeit ging. Nach einigen Kilometern überholte ich sie – sie saßen am Rande des Weges. Sie waren überrascht, dass ich an ihnen vorbeikam, und standen sofort wieder auf und rannten an mir vorbei. Aber nach einigen Kilometern lagen sie wieder am Wegesrand und dieses Mal waren sie wirklich erstaunt, als ich an ihnen vorbeiging – und ich war sehr froh, dass ich als Erster den besten Platz für mein Zelt aussuchen konnte.

Geh in deinem Geist weiter, selbst wenn du in der Welt nicht vorankommst

Vielleicht steckst du in einer bestimmten Situation wirklich fest – ein Job, eine Krankheit, eine Ehe. Aber zumindest kannst du darüber nachdenken, was geschieht, und lernen, besser damit umzugehen und die Menschen in deiner Umgebung zu lieben. Und ein anderes Mal werden sich die Dinge zum Besseren entwickeln. Wie Winston Churchill sagte: „Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter.“

Glaube daran, dass sich deine Anstrengungen auszahlen werden

Vielleicht hast du diese Lehrgeschichte schon einmal gehört: Einige Frösche fielen in ein Fass Sahne. Sie konnten nicht herausspringen und einer nach dem anderen ertrank. Aber ein Frosch wollte nicht aufgeben und schwamm weiter und blieb am Leben, selbst nachdem alle anderen Frösche schon tot waren. Schließlich machten seine schwimmenden Bewegungen die Sahne zu fester Butter – und er hüpfte sicher wieder hinaus.

Schwimm weiter!

Dieser Artikel stammt aus dem Buch Just One Thing – So entwickeln Sie das Gehirn eines Buddha von Rick Hanson. Übersetzung: Arbor Verlag/Mike Kauschke.

Alle Rechte vorbehalten
Alle Rechte vorbehalten. Arbor Verlag/Rick Hanson